Antibiotikaresistenzen (AMR) werden als eine der größten Bedrohungen für die globale Gesundheit betrachtet. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit pro Jahr schätzungsweise über 5 Millionen Menschen an resistenten Infektionen.
Auch in Deutschland führen die Resistenzen zu erheblicher Krankheitslast, Sterblichkeit und wirtschaftlicher Belastung. Um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu bringen, hat sich das Bundesgesundheitsblatt in seiner Mai-Ausgabe mit der Frage „Antibiotikaresistenz – eine unendliche Geschichte?“ intensiv beschäftigt.
In der monatlich erscheinenden Fachzeitschrift widmen sich elf Beiträgen dem Thema AMR. So werden unter anderem Ursachen, Einflussfaktoren und Interventionsmöglichkeiten entlang der gesamten One-Health-Kette beleuchtet. Die Redaktion geht zudem auf die Entstehungsmechanismen von Resistenzen in der Umwelt und den Antibiotikaeinsatz bei Geflügel sowie die Bedeutung von Antibiotic Stewardship und den Einsatz von Impfstoffen zur Prävention bakterieller Resistenzentwicklung ein. Ein Beitrag aus dem Robert Koch Institut (RKI) als einer der Herausgeber befasst sich mit der Entwicklung der Epidemiologie antibiotikaresistenter Erreger in der Humanmedizin und deren Bedeutung für das Gesundheitssystem.
„Antibiotikaresistenzen stellen nicht allein ein mikrobiologisches oder klinisches Problem dar, sondern sind durch ein komplexes Zusammenspiel biologischer, epidemiologischer, ökologischer und gesellschaftlicher Faktoren geprägt. Ein wirksamer Umgang mit antimikrobiellen Resistenzen erfordert daher ein integriertes Verständnis dieser Zusammenhänge sowie koordinierte Maßnahmen“, schreiben die Heft-Koordinatoren Sebastian Günther (Universität Greifswald) und Peter Heisig (emeritiert) von der Universität Hamburg in ihrem Editorial.
