Presseschau

20.04.2021: Antibiotikaverbrauch in der Nutztierhaltung bleibt niedrig

Die Ende März durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Kennzahlen haben belegt, dass der Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung weiterhin auf einem niedrigen Niveau ist. Die erfassten und kürzlich veröffentlichten Antibiotikaanwendungen und -abgaben im QS- System zeigen die gleiche Entwicklung. Wie auch bei den staatlich gesammelten Daten sanken die Kennzahlen im QS-System beim Antibiotikaverbrauch bis 2016 stark

und bewegen sich seitdem auf diesem niedrigen Niveau. Die vierteljährlichen Auswertungen im QS- System ermöglichen den LandwirtInnen eine frühzeitige Einschätzung der Lage und das Einleiten eventueller Maßnahmen seitens des staatlichen Antibiotikamonitorings, im Falle eines Anstiegs der Kennzahlen. Bei der Antibiotikaminimierung im Stall helfen auch die E-Learning-Kurse von VetMAB.de, die bestandsbetreuenden Tierärztinnen und Tierärzten zur Verfügung stehen.

QS Qualität und Sicherheit GmbH


BVL


VetMAB.de


Antibiotikaminimierung in der Schweinehaltung

13.04.2021: Task-Force der EMA sorgt für störungsfreie Versorgung mit Tierarzneimitteln

Die Sicherstellung der Versorgung von TierärztInnen mit Arzneimitteln ist ein wichtiges und kontinuierliches Anliegen der pharmazeutischen Industrie. Die Tierarztpraxen können im Normalfall auch stetig auf Tierarzneimittel sowie Impfstoffe aus einem vielfältigen Portfolio zurückgreifen. Doch die Produktion von Arzneimitteln ist per se störungsanfällig, was nicht zuletzt durch die anhaltende Corona-Pandemie erneut deutlich geworden ist. Neben Problemen bei der Beschaffung von Wirkstoffen kann es auch zu Störungen in den einzelnen Produktionsschritten kommen, was eine Produktionsverzögerung zur Folge haben kann. Auch kann es beim Vertrieb eines Produkts zu Unterbrechungen in der Herstellungsskette kommen, wenn beispielsweise kleinste Fehler auf Etiketten oder Packmitteln

entdeckt werden. Bei der Produktion von Impfstoffen reichen schon geringfügige Störungen bei den biologischen Systemen aus, mit denen die Hersteller arbeiten, um den Prozess zu stoppen. Seit 2016 befasst sich eine von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und den Leitern der Arzneimittel-Agenturen (HMA) eingesetzte Task-Force mit Verfügbarkeitsproblemen, einschließlich zugelassener, aber nicht vermarkteter Arzneimittel, sowie mit Störungen der Lieferkette. Ihr Ziel ist es, die Kontinuität der Versorgung mit Human- wie Tierarzneimitteln in ganz Europa zu verbessern. So setzt sich die pharmazeutische Industrie dafür ein, den administrativen Aufwand bei der Arzneimittelherstellung zu verringern, damit frei werdende Ressourcen in die Forschung und (Weiter-) Entwicklung von Tierarzneimitteln fließen können.

Bundesverband für Tiergesundheit

08.04.2021: Geringerer Antibiotikaeinsatz bei Kälbern in Freilufthaltung

Der Antibiotikaeinsatz lässt sich bei Kälbern, die im Freien gehalten werden, deutlich reduzieren. So könnte das Tierwohl verbessert werden, und gleichzeitig entstehen den LandwirtInnen keine höheren Kosten für die Mast ihrer Kälber. Das konnten Forschende der Universität Bern in einem für die Schweiz bisher einmaligen Praxistest belegen. In ihrer eigens entwickelten "Freiluftkalb"-Methode haben die WissenschaftlerInnen in 19 Kälbermastbetrieben während je 12 Monaten getestet, ob sich diese Haltung auch auf die Gesundheit der Tiere und den Antibiotikaeinsatz auswirkt. Dafür wurden die Kälber in den ersten Lebenswochen ausschließlich in Einzeliglus im Freien gehalten. Zudem wurden die Tiere in den Versuchsbetrieben alle gegen Lungenentzündungen geimpft, da diese in der Mast häufig und der Hauptgrund für Antibiotikabehandlungen sind. Mit Hilfe der Landwirte protokollierten die Forschenden auch den Antibiotikaeinsatz akribisch. Es zeigte sich, dass bei den nach dem "Freiluftkalb"-Konzept gehaltenen Kälbern nicht nur weniger Atemwegs- und Verdauungskrankheiten auftraten,

sondern auch frühzeitige Todesfälle seltener waren. „Was wir sahen, hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", erklärt Tierarzt Jens Becker, der die meisten Gesundheitschecks durchführte. Während auf den Vergleichsbetrieben jedes zweite Kalb im Verlauf seines Lebens Antibiotika benötigte, war es bei den "Freiluftkälbern" nur jedes sechste. Und bei der gesamten Behandlungsdauer war der Unterschied noch größer: In Betrieben mit dem neuen Konzept wurden fünfmal weniger Behandlungstage als auf den Vergleichsbetrieben verzeichnet. Zudem gab es für die LandwirtInnen kaum wirtschaftliche Unterschiede. Das Fazit aus dem Projekt ist sehr positiv, wie Meylan beschreibt: „Wir haben gezeigt, dass man den Antibiotikaeinsatz mindestens auf bäuerlichen Kälbermastbetrieben drastisch reduzieren könnte. Und zwar auf sehr pragmatische Weise, die auch wirtschaftlich sinnvoll ist". Das Verbundprojekt VetMAB bietet Tierärztinnen und Tierärzten verschiedene Online-Fortbildungen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung. Die E-Learningkurse sind über Myvetlearn.de buchbar.

Schweizerischer Nationalfonds SNF


E-Learningkurs Klauenerkrankungen beim Rind auf Myvetlearn.de


E-Learningkurs Mastitis beim Rind auf Myvetlearn.de

26.03.2021: Frühzeitiger Nachweis von Euterentzündungen durch Entzündungsmarker

Entzündungsmarker, sogenannten „molekulare Whistleblower“, wurden von Forschern der Universität Leipzig entwickelt und können Hinweise auf mögliche entzündliche Erkrankungen bei Milchkühen geben. Den WissenschaftlerInnen ist es gelungen, ein spezifisches Protein, das einwandernde Entzündungszellen freisetzen, zu isolieren und damit einen effizienten Biomarker zu gewinnen, wie Prof. Dr. Getu Abraham vom Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie berichtet. So können beispielsweise Mastitiden bei Milchkühen bereits im subklinischen Stadium über eine Milchprobe eindeutig diagnostiziert werden. Laut Aussagen der WissenschaftlerInnen sei es möglich, bei den Tieren schon vor dem Auftauchen von Symptomen Entzündungen zu diagnostizieren. Sobald die Euterentzündung nach einer Antibiotika-Therapie abklinge, falle der

Parameter um mehr als ein Drittel des Ausgangswertes. Da sich demnach auch der Therapieverlauf kontrollieren lässt, eigne sich der Biomarker gut für ein Krankheits- und Therapie-Monitoring. „Da unser Verfahren auch der Entwicklung multiresistenter Keime und damit einem inflationären Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung vorbeugt, leisten wir auch einen Beitrag zum Tierschutz“, erklärt Abraham. Die ATF-zertifizierten Online- Fortbildungen von VetMAB haben auch das Ziel, Resistenzbildungen durch die unsachgemäße oder überflüssige Behandlung von Nutztieren mit Antibiotika zu vermeiden. Der Praxiskurs Mastitis (ab 1. April 2021) befasst sich mit den häufigsten und bedeutendsten Eutererkrankungen, ihrer Ätiologie, Klinik sowie ihrer Behandlung. Ziel ist die Vermittlung einer fachgerechten Therapie inkl. Handlungsoptionen, die die Prävalenz von Eutererkrankungen und somit auch den Einsatz von Antibiotika senken können.

Topagrar


Praxiskurs Mastitis auf Myvetlearn.de

23.03.2021: Bayern stellt Kontrollkonzept 2030 für das Veterinärwesen vor

Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber hat sich für eine dringende Ausweitung der Digitalisierung in den Bereichen Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ausgesprochen. Dies sollte ein zentraler Bestandteil des Kontrollkonzepts 2030 sein. „Bayerns Bürger erwarten eine schlagkräftige Lebensmittelüberwachung und Veterinärverwaltung. Es ist mir seit meinem Amtsantritt ein wichtiges Anliegen, den gesundheitlichen Verbraucherschutz optimal weiterzuentwickeln. Dazu zählt neben dem Zukunftskonzept zur Stärkung der Landtierärzte auch, dass wir unsere Überwachung zukunftsfähig aufstellen und für neue Herausforderungen rüsten. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Kontrollkonzept 2030. Es greift von der Ausbildung bis hin zur Planung, Dokumentation, Auswertung und Steuerung der Kontrollen alle relevanten Aspekte auf. Basis ist ein risikoorientierter Kontrollansatz. Hier konnten

jetzt wichtige Weichen gestellt werden", erklärte Glauber. „Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig eine moderne Verwaltung mit einheitlicher Software und kompatiblen Datenbanken ist. Mit dem 'Digitalen Pakt Gesundheitlicher Verbraucherschutz Bayern' möchten wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Ämtern das notwendige Handwerkszeug für eine digitale Zukunft zur Verfügung stellen", so der Minister weiter. Um die Verbraucherämter zu entlasten sowie den Aufwand für die LandwirtInnen gering zu halten, sei eine zentrale Betriebsdatenbank bereits in Planung. Um die Digitalisierung weiter voran zu treiben, wird aktuell an einem Tool zur aussagekräftigen Analyse von Tiergesundheitsdaten gearbeitet. Auch bei den rinderhaltenden Betrieben wird mit Beginn des zweiten Quartals 2021 konsequent auf das Konzept einer zentralen und risikobasierten Kontrollplanung und -steuerung im Bereich der Tierseuchenprävention gesetzt.

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

24.02.2021: Sperrmilch-Fütterung an Kälber fördert Resistenzproblematik

Ein Team von WissenschaftlerInnenteam der Vetmeduni Vienna hat sich hinsichtlich zunehmender weltweiter Antibiotikaresistenzen einmal Sperrmilch näher angesehen. Sperrmilch ist Milch, die nicht die rechtlichen Anforderungen an ein Lebensmittel erfüllt, also für den menschlichen Verzehr „gesperrt“ ist, aber im Betriebsalltag häufig an Kälber verfüttert wird. Dies ist z.B. Milch von Rindern, die mit einem Arzneimittel behandelt werden und für die eine Wartezeit festgelegt ist. Wie die WissenschaftlerInnen herausfanden, ergeben sich daraus bei einer antibiotischen Behandlung der Milchkuh in Hinblick auf die Resistenzproblematik negative Folgen. Wie die WissenschaftlerInnen in der Fachzeitschrift „Pathogens“ schreiben, fördert das Verfüttern von Sperrmilch mit antibiotischen Rückständen die Entstehung und die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien. Zudem werden dadurch Veränderungen der Darmflora beim Kalb (Mikrobiom) bewirkt. Die Fütterung von Antibiotika haltiger Sperrmilch, scheint die Ausscheidung resistenter

Bakterien bei Milchkälbern zu erhöhen. Das Ausscheiden solcher Keime scheint aber häufig nur von kurzer Dauer zu sein. Dennoch könnten sich daraus negative Auswirkungen auf die globale öffentliche Gesundheit ergeben. „Um eine Vorgehensweise für den Umgang mit Sperrmilch empfehlen zu können, sind weitere Studien notwendig. So können wir ein umfassenderes Bild möglicher Zusammenhänge gewinnen und besser einschätzen, mit welchen Gefahren die Verfütterung von Sperrmilch an Kälber tatsächlich verbunden ist“, so Clair Firth vom Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und Öffentliches Gesundheitswesen der Vetmeduni Vienna. Zudem soll erforscht werden, wie Sperrmilch „schonend" behandelt werden kann, damit die wertvollen Inhaltsstoffe verwertet und gleichzeitig mögliche Risiken vermieden werden können. Strategien zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Tierärztinnen und Tierärzte auch bei VetMAB. Mehr interessante Themen für Rinderpraktiker werden auf der Kremesberger Tagung besprochen.

Vetmeduni Vienna


VetMAB


Kremesberger Tagung

18.02.2021: Eingesetzte Antibiotikamenge bei Nutztieren weiter gesunken

Laut der aktuellen Ergebnisse des Antibiotikamonitorings 2020 sind im vergangenen Jahr 2,9 Tonnen weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt worden als im Vorjahr. Die größte Antibiotikareduzierung fand in der Schweinehaltung statt: hier wurde der Gesamtmenge um 9,3 Tonnen verringert. Im Vergleich zu 2014 ist der Antibiotikaeinsatz in Schweine haltenden Betrieben sogar um mehr als 43 Prozent zurückgegangen. Mit unter einem Prozent ist auch der Anteil an Reserveantibiotika erfreulich niedrig. Erstmals wurden zudem die Zahlen von Mastelterntieren bei Hähnchen und Puten erfasst. In diesem Bereich setzten die Halter 4,13 Tonnen Antibiotika in insgesamt 230 Betrieben mit einer Bestandsgröße von

durchschnittlich knapp 30.000 Tieren ein. „Die aktuellen Zahlen aus dem Antibiotikamonitoring zeigen erneut, dass die Tierärzte im QS- System nur im äußersten Notfall, wenn alle Alternativen bei der Behandlung kranker Tiere ausgeschöpft sind, kritische Antibiotika verschreiben. Eine konstant niedrige Sockelmenge von 3,78 Tonnen für alle QS-tierhaltenden Betriebe lässt sich mit Blick auf den Tierschutz und die zwingende Notwendigkeit, kranke Tier zu behandeln, derzeit nur schwer reduzieren“, erläutert Katrin Spemann, bei QS verantwortlich für das Antibiotikamonitoring, die aktuellen Entwicklungen. Tierärztinnen und Tierärzte finden unter VetMAB.de verschiedene E-Learning-Kurse zur Antibiotikaminimierung im Stall.

QS


VetMAB

17.02.2021: Landvolk Niedersachsen fordert Neuregelung der Kennzahl 2

Das Landvolk Niedersachsen hat auf die Erfolge bei der Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung hingewiesen. Gleichzeitig warnte der Landesbauernverband vor Tierschutzproblemen, die entstehen könnten, wenn weiterhin an der bestehenden Regelung der Kennzahl 2 des Antibiotika-Minimierungskonzeptes des Arzneimittelgesetzes festgehalten werde. „Es ist seit Jahren bekannt, dass sich der Einsatz von Antibiotika bei Masttieren auf einem gewissen Niveau einpendeln wird. Dieses Niveau ist schon vergleichsweise niedrig und wird konstant gehalten. Weitere Anstrengungen der Antibiotikareduktion dürften mit Tierschutzproblemen einhergehen“, so Hubertus Berges, stellvertretender Vorsitzender des Veredelungsausschusses beim Landvolk. Die Abgabemenge sank in Deutschland zuletzt bereits um 52,2 auf 670 Tonnen (minus 7,2 Prozent) und erreichte damit das niedrigste Niveau seit der ersten Erfassung im Jahr 2011. Das entspricht einem bundesweiten Rückgang in diesem Zeitraum von

60,7 Prozent. „Es ist utopisch, den Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin gen Null anzustreben“, sagt Berges. „Genau wie Menschen, werden auch Tiere krank. Allein aus Tierschutzgründen steht auch Tieren eine adäquate therapeutische Behandlung zu, die einen angemessenen Einsatz von Antibiotika umfasst.“ Das Landvolk hält es für dringend geboten, den Umgang mit Betrieben, die oberhalb der Kennzahl 2 liegen, neu zu regeln und mahnt zur Nachbesserung des vorliegenden Entwurfs eines nationalen Tierarzneimittelgesetzes. „Es kann nicht sein, dass Betriebe, in denen wenig Antibiotika verantwortungsvoll eingesetzt werden, dauerhaft stark reglementiert werden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende. „Tierärzte und Landwirte sind sich seit Jahren ihrer Verantwortung bewusst, Antibiotika nur dann einzusetzen, wenn es erforderlich ist.“ Strategien zur Antibiotikaminimierung im Stall liefert auch VetMAB. Hier werden Tierärztinnen und Tierärzten zu unterschiedlichen Tierhaltungen E-Learning-Kurse angeboten.

Landvolk Niedersachsen


VetMAB

16.02.2021: FVE hat Positionspapier zur Bestandsbetreuung erstellt

Noch im April 2021 sollen die Bestimmungen des neuen EU-Tiergesundheitsgesetzes (AHL) in nationales Recht umgesetzt werden. Das nationale AHL wird dann landwirtschaftlichen Betrieben regelmäßige Tiergesundheitsbesuche durch einen Tierarzt vorschreiben. Dies soll vor allem die Tiergesundheit verbessern, in dem die Biosicherheit und das frühzeitige Erkennen von Erkrankungen und Tierseuchen gestärkt werden. Allerdings hat die EU-Kommission bislang keinen

„Implementing Act“ dafür vorgelegt. Dieser dient der EU-weiten, einheitlichen Regelung. Der Europäische Tierärzteverband (FVE) hat nun zur Unterstützung der EU-Kommission ein Positionspapier erstellt, in dem wesentliche Eckpunkte für Inhalte und Frequenzen der Tiergesundheitsbesuche festgehalten sind. Es gleicht in weiten Teilen dem vom Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) entwickelten „Leitlinien für die tierärztliche Bestandsbetreuung“.

Psoitionspapier des FVE


Leitlinien für die tierärztliche Bestandsbetreuung

01.02.2021: Durch Störung der Bakterienkommunikation weniger Antibiotikaeinsatz

Für ihre Arbeit über die Verständigung unter Bakterien haben Bonnie L. Bassler und Michael R. Silverman den Paul-Ehrlich- und Ludwig- Darmstaedter-Preis erhalten. Die beiden US-amerikanischen Mikrobiologen haben mit ihren jahrelangen Untersuchungen gezeigt, dass Bakterien sich mit verschiedenen Sprachmolekülen untereinander verständigen. Diese nutzen beispielsweise bestimmte Signale, um die Zahl an Artgenossen an einem bestimmten Ort zu messen. Die Kommunikation ist für Bakterien existenziell, da Angriffe auf den Wirt nur im Team gelingen können. Die beiden Preisträger bezeichnen die bakterielle Kommunikation als „eine Achillesferse“ der

Bakterien, die durch bestimmte Substanzen gestört werden könne. Mit diesen neuen Substanzen könnte der Einsatz von Antibiotika stark verringert werden, wie die Paul-Ehrlich-Stiftung erklärt. „Die Forschung der Preisträger hat damit eine erhebliche Relevanz für die Medizin. Das hat nicht nur zu einem fundamentalen Perspektivenwechsel in der Bakteriologie geführt, sondern ebenso zu gänzlich neuen Ansätzen in der Antibiotika-Forschung", lautet die Erklärung der Jury. Auf VetMAB.de finden Tierärztinnen und Tierärzte verschiedene Online-Fortbildungen zum verantwortungsvollen und rationalen Einsatz von Antibiotika im Nutztierbereich.

Tagesschau


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