Presseschau

11.03.2019: Abwässer weisen auf hohes Level von Antbiotikaresistenzen hin

Wissenschaftler unter Führung der Dänischen Technischen Universität (DTU) haben Abwässer in 74 Städten in 60 Ländern untersucht, um mehr über die Antibiotikaresistenzen dabei zu erfahren. Die Wissenschaftler konnten danach grundsätzlich zwei Gruppen erstellen - eine mit hohen und eine mit niedrigen Resistenzraten. Hohe Resistenzraten fanden sich dabei in Asien, Afrika und Südamerika. Niedrige Raten wiesen dagegen Nordamerika, Westeuropa, Australien und Neuseeland auf. Die Länder mit den höchsten Raten waren Brasilien, Indien und Vietnam.

Die niedrigsten Raten fanden sich dagegen in Australien und Neuseeland. Der Einsatz von Antibiotika erklärt die hohen Resistenzraten nur zu einem Teil. Deshalb machten sich die Forscher auf die Suche nach anderen Faktoren, die die Resistenzraten beeinflussen können und nahmen dabei auch Daten der Weltbank zu Hilfe. Dabei zeigte sich, dass besonders die Hygienebedingungen einen Einfluss darauf besitzen. Die Forscher empfehlen deshalb, diese in Ländern mit hohen Resistenzraten besonders zu beachten und möglichst zu verbessern.

DTU

05.03.2019: FAO will Antibiotikaresistenzzentrum in Dänemark unterstützen

Die Landwirtschaftsorgansiation der Vereinten Nationen (FAO) will den Aufbau eines global agierenden Antibiotikaresistenzzentrums unterstützen. Wie schweizerbauer.ch berichtet, ist ein Grund dafür, dass Dänemark in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle bei der Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes bei Schweinen gespielt hat. Zwischen 2013 und 2017 konnte der Antibiotikaverbrauch hier um 14 Prozent reduziert werden, obwohl gleichzeitig die Anzahl der gezüchteten Schweine um rund vier Millionen auf 32 Millionen Tiere

anstieg. In einem gemeinsam vom dänischen Landwirtschaftsministerium und der FAO herausgegebenen Bericht wurden die wichtigsten Faktoren aufgelistet, mittels derer der Antibiotikaeinsatz reduziert werden konnte. In Dänemark wurden ein sogenanntes "Gelbe-Karte- System" in der Schweinehaltung eingeführt. Übertreten die Schweinehalter beim Antibiotikaverbrauch einen Schwellenwert, erhalten sie eine amtliche Warnung und müssen sich verpflichtend zu Reduzierungsmöglichkeiten beraten lassen.

scheizerbauer.ch

05.03.2019: Antibiotikaeinsatz bei QS-Betrieben gesunken

Die eingesetzte Antbiotikamenge ist in den Schweine und Geflügel haltenden Betrieben, die am QS-System teilnehmen, im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dies teilte QS mit. Demnach hat es bei fast allen Wirkstoffgruppen - insbesondere bei denen, die als kritisch eingestuft werden - eine deutliche Reduzierung gegeben. So sank die eingesetzte Menge an Fluorchinolonen binnen Jahresfrist von 4,75 auf 3,81 Tonnen. Auch die Menge der eingesetzten Cephalosporine der 3. und 4. Generation sank deutlich von 0,4 auf 0,28 Tonnen. Insgesamt ist die Menge der eingesetzten Antibiotika um 4,8 Prozent auf noch 464

Tonnen gesunken. Thomas May, bei QS verantwortlich für das Antibiotikamonitoring, betonte: "Antibiotika werden in der Nutztierhaltung keinesfalls prophylaktisch eingesetzt, sondern ausschließlich, wenn der Tierarzt sie aufgrund einer Diagnose verordnet. Kranke Tiere müssen – mit Blick auf den Tierschutz – medizinisch behandelt werden." Die Auswertungen des QS- Antibiotikamonitorings belegten, dass die Tierhalter und Tierärzte in hohem Maße um den restriktiven Einsatz bemüht sind. Das Verabreichen von so genannten Reserveantibiotika bleibe in der Nutztierhaltung die Ausnahme.

QS

01.03.2019: Relaunch des Portal für tierärztliche Online-Fortbildungen Myvetlearn.de erfolgreich abgeschlossen

Online-Fortbildungen bieten vor allem den Vorteil der zeitlich und örtlich flexiblen Fort- und Weiterbildung. Unter Myvetlearn.de, dem Fortbildungsportal der ATF und Vetion.de, finden TierärztInnen eine große Auswahl an eLearning-Kursen. Das Portal wurde jetzt vollständig überarbeitet und bietet außer einem

frischen und freundlichen Design eine große Nutzerfreundlichkeit und eine bessere Übersicht. Zudem wurden alle Fortbildungsangebote auf mobile Endgeräte angepasst, so dass auch Fortbildung zwischendurch jetzt bequem möglich ist. Überzeugen Sie sich selbst und probieren Sie es aus!

Myvetlearn.de - Portal für tierärztliche Online-Fortbildungen

27.02.2019: Keine Entwarnung bei Antibiotika-Resistenzen

Ein von zwei EU-Behörden veröffentlichter Bericht zu Antibiotika-Resistenzen bietet keinen Grund zur Entwarnung in diesem Bereich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zeigen in dem Bericht, dass die Resistenzen weiterhin zunehmen. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis sagte dazu, dass angesichts des Berichtes alle Alarmglocken schrillen sollten und man offenbar immer weiter in eine Welt abrutsche, in der selbst die Behandlung einfacher Infektionen schwierig werden könnte. Der Bericht bezieht sich dabei auf die Daten aus dem Jahr 2017. So zeigte sich in den

meisten Ländern, dass Salmonellen, die bei Menschen gefunden wurden, zunehmend resistent gegenüber Fluorchinolonen sind. Auch fand sich hier ein hoher Anteil, der multiple Resistenzen aufwies. Auch bei Campylobacter zeigte sich ein hoher Anteil der Keime resistent gegenüber Ciprofloxacin und Tetrazyklinen. Glücklicherweise fanden sich nur wenige kombinierte Resistenzen gegenüber besonders wichtigen Antibiotika bei Salmonellen und Campylobacter. Der Bericht, der Daten aus 28 Ländern beinhaltet, bestätigt insgesamt einen weiteren und bereits in den Vorjahren identifizierten Anstieg von Resistenzen.

EFSA

20.02.2019: OIE - Bericht zum Einsatz von Antibiotika bei Tieren vorgelegt

Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat einen dritten Bericht zum Einsatz von Antibiotika bei Tieren vorgelegt. Der Bericht beinhaltet Daten aus 155 Ländern und umfasst die Jahre 2015 bis 2017. Der Bericht zeigt, dass der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer gesunken ist und nur noch in 45 statt zuvor in 60 Ländern möglich ist. Allerdings zeigt der Bericht auch, dass sogenannte Reserveantibiotika auch weiterhin in einigen Regionen ohne

Einschränkung routinemäßig eingesetzt werden können. Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, erklärte, dass mittlerweile viele Staaten Überwachungssysteme und regulatorische Maßnahmen bezüglich des Einsatzes von Antibiotika bei Menschen und Tieren auf den Weg gebracht hätten. Allerdings habe man auch noch einen weiten Weg vor sich.

OIE

19.02.2019: Resistenzen werden auch abseits von Plasmiden im großen Umfang zwischen Bakterien übertragen

Ein internationales Forscherteam konnte am Beispiel von Fischen aus Aquakultur neue Erkenntnisse zu den Übertragungsmechanismen von Antibiotikaresistenzen zwischen Bakterien gewinnen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Resistenzen auch abseits von Plasmiden im großen Umfang zwischen Bakterien übertragen werden. Sie verabreichten dazu Piaractus mesopotamicus über 34 Tage das Antibiotikum Florfenicol mit der Nahrung. Währenddessen und anschließend nahmen sie Proben aus dem Verdauungstrakt und suchten nach entsprechenden genetischen Veränderungen bei den dort ansässigen Bakterien. "Wie erwartet führte die Gabe des Antibiotikums zu einer Zunahme der Gene, die für entsprechende Resistenzen verantwortlich sind“, erklärt COMI-Doktorand Johan Sebastian Sáenz Medina, Erstautor der Arbeit. "Ein Beispiel sind etwa Gene für Pumpenproteine, die den Wirkstoff einfach wieder aus den Bakterien heraus transportieren. Besonders interessant war für uns aber auch die zunehmende Zahl sogenannter mobiler genetischer Elemente in der Nähe dieser Resistenz-Gene“, ergänzt Sáenz Medina. "Das ließ vermuten, dass die Bakterien Resistenzen auch durch Viren - sogenanntte Phagen - und Transposons

untereinander austauschen.“ Weitere metagenomische Untersuchungen bestätigten, dass diese mobilen genetischen Elemente quer durch das Genom springen, dabei Teile des Erbguts mitreißen - darunter auch die Resistenzgene - und andernorts wieder einfügen. Bisher war man davon ausgegangen, dass vor allem sogenannte Plasmide (vereinfacht gesagt leicht übertragbare Mini-Chromosomen) für den Austausch von Resistenzgenen verantwortlich sind. "Die Erkenntniis, dass die Resistenzen auch abseits von Plasmiden im großen Umfang zwischen Bakterien übertragen werden, ist durchaus überraschend“, ordnet Prof. Dr. Michael Schloter, Leiter der Abteilung Vergleichende Mikrobiomanalysen (COMI) am Helmholtz Zentrum München, die Studie ein. Die Wissenschaftler empfehlen, entsprechende Ausbreitungsmodelle zu überprüfen und anzupassen. In den vergangenen 70 Jahren hat der Einsatz von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin stetig zugenommen und zu einem dramatischen Anstieg von resistenten Mikroorganismen geführt.´Inzwischen sind viele Mikroorganismen nicht nur gegen ein Antibiotikum resistent, sondern gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzen.

Helmholtz Zentrum München

22.01.2019: Mit kaltem Plasma gegen multiresistente Keime

Forscher der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover testen gemeinsam mit Partnern der terraplasma GmbH und des Robert-Koch-Instituts, inwieweit sich kaltes Plasma zur Bekämpfung von Keimen auf Edelstahloberflächen eignet. Dies könnte eine Möglichkeit darstellen, auch multiresistente Keime in Krankenhäusern besser zu bekämpfen. Die Forscher behandeln bei diesem Verfahren Oberflächen mit dem kalten Plasma. Bei kaltem Plasma handelt es ich um ein Gas, das geladene Teilchen enthält. Nach einer Behandlung der Oberfläche von fünf Minuten konnte eine Reduzierung der Keimzahl um bis zu 85 Prozent erreicht werden. Dabei zeigte sich, dass Keime mit einer dicken

Zellwand und einer kleinen Zelloberfläche widerstandsfähiger gegen dieses Verfahren waren. Um die Bedingungen möglichst realistisch darzustellen, wurden die Keime in einer Versuchsreihe mit Eiweißen versetzt, wodurch die Wirksamkeit des Plasmas beeinträchtigt wurde. Plasma entsteht, wenn einem Gas ausreichend Energie zugeführt wird – beispielsweise über ein elektrisches Feld. Dabei bilden sich geladene Teilchen, die mit den Zellmembranen und dem Erbgut von Bakterien reagieren und sie so zerstören können. Ziel der Wissenschaftler ist die Erstellung eines Behandlungsprotokolls, bei dem die Bakterienzahlen unter die Nachweisgrenze gedrückt werden.

TiHo Hannover

17.01.2019: Frei verfügbare Unterrichtsmaterialien für Tiermedizin und Landwirtschaft über das Umweltbundesamt

Das Umweltbundesamt unterstützt die tiermedizinische und landwirtschaftliche Ausbildung mit frei verfügbaren Lehrmaterialien. So können sich sowohl Lehrende als auch Lernende ab sofort über das vor einem Jahr entstandene Internetportal

des Umweltbundesamtes mit Unterrichtsmaterialien, Broschüren und weiterem Lehrmaterial zu Tierarzneimitteln und Umwelt kostenlos versorgen. Die vielfältigen Materialien stehen auf der Internetseite des Umweltbundesamtes zum Download bereit.

Umweltbundesamt

16.01.2019: Tagung zu Antibiotikaresistenzen - Schnittstellen Mensch-Tier-Umwelt

An der Tierärztlichen Hochschule Hannover werden am 8. Februar 2019 Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis Fragen zu Antibiotikaresistenzen diskutieren. Von 9 bis 17 Uhr findet dort im Bayer-Hörsaal das Seminar Veterinary Public Health: Antibiotikaresistenz an der Schnittstelle Mensch-Tier-Umwelt statt. Hier soll die aktuelle

Situation in allen drei Bereichen des One-Health-Kontextes vorgestellt und diskutiert werden. Internationale Fachexperten werden Beiträge für ein sektor- und fachübergreifendes Gespräch liefern, in dem es um Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowie Chancen neuer Forschungsansätze zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis gehen wird.

TiHo Hannover