Presseschau

22.02.2018: Bundeskabinett beschließt TÄHAV-Novelle ebenfalls

Das Bundeskabinett hat, nachdem bereits der Bundesrat die aus Tierärztesicht sehr umstrittene Novelle der Tierärztlichen Hausapotheken-Verordnung verabschiedet hatte, diese am gestrigen Mittwoch nun mit den vom Bundesrat geforderten Änderungen angenommen. Die Verordnung tritt damit am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Die verantwortlichen Politiker erhoffen sich davon eine weitere Verringerung des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren. Daher muss nun vor

dem Einsatz spezieller Antibiotika ein Antibiogramm erstellt werden, was die Empfindlichkeit der pathogenen Bakterien gegenüber dem Wirkstoff nachweist. Außerdem sollen sogenannte Reserveantibiotika der Behandlung des Menschen vorbehalten bleiben. Allerdings weichen die in der TÄHAV genannten Wirkstoffe von den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation ab. Die neuen Regelungen basieren auf Ermächtigungen des Arzneimittelgesetzes aus der 16. AMG-Novelle.

topagrar.de

19.02.2018: Beschichtung von medizinischer Bekleidung zur Reduzierung von Bakterien und Viren

Im Kampf gegen die Verbreitung multiresistenter Keime werden immer neue Wege gesucht. Einen neuen Weg hat man an der University of Manchester (Großbritannien) entwickelt. Hierzu wurde Bekleidung mit Nanopartikeln aus Kupfer beschichtet. Kupfer kann Bakterien und Viren abtöten und so helfen, die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Dieses Verfahren könnte für die Bekleidung medizinischen Personals eingesetzt werden, hoffen die Forscher. Noch besser geeignet als Kupfer wären Edelmetalle wie Gold oder Silber. Allerdings wären hier

die Kosten für die Beschichtung zu hoch. Deshalb wurde Kupfer gewählt. Zunächst werden die Nanopartikel aus Kupfer in eine Lösung eingebracht, in der sie dann schwimmen. Dann werden die Stoffe aus Baumwolle oder Polyester in die Lösung eingetaucht und die Partikel gehen eine innige Verbindung mit dem Stoff ein. Was sich so einfach anhört, bedarf allerdings einiger komplizierter Vorarbeiten, die sich dann aber letztlich lohnen, da die Partikel selbst nach 30 Waschgängen noch Staphylokokken abtöten, wenn sie mit der Bekleidung in Kontakt kommen.

pte

14.02.2018: Neue Möglichkeit zur schnelleren Resistenztestung entwickelt

Mikrobiologen der Universität Münster haben eine neue Methode zur schnelleren Testung von Antibiotikaresistenzen entwickelt. Das Forscherteam um Privatdozent Dr. Evgeny A. Idelevich und Prof. Karsten Becker stützt sich dabei auf die MALDI-TOF-Massenspektrometrie, die sie weiterentwickelt haben. Durch die Weiterentwicklung kann die Empfindlichkeit des Erregers auf mehrere antibiotische Wirkstoffe gleichzeitig untersucht werden. Auch das sonst übliche Anzüchten der Keime für ein Antibiogramm, das mindestens einen Tag in Anspruch nimmt, entfällt

bei der Methode aus Münster. Damit erhoffen sich die Forscher eine schnellere Testung als bisher, was die Auswahl des richtigen Antibiotikums für die Therapie beschleunigt und gleichzeitig hilft, Resistenzen zu mindern. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). „Wir hoffen, unsere Methode schon in den nächsten zwei bis drei Jahren fit für die Labore dieser Welt zu haben“, so Becker. Dafür arbeiten die Forscher mit einem Bremer Medizintechnikunternehmen zusammen.

idw - Informationsdienst Wissenschaft


Antibiotikaminimierung im Stall

13.02.2018: Bienenwölfe kennen kein Resistenzproblem

In der Human- und Veterinärmedizin wird aktuell auf Grund der zunehmenden Resistenzproblematik fieberhaft nach neuen Antibiotika und nach Alternativen gesucht. Bienenwölfe scheinen dieses Problem nicht zu kennen. Bei Bienenwölfen handelt es sich um Grabwespen, die bereits seit rund 68 Millionen Jahren ihren Nachwuchs mit einem chemischen Cocktail aus rund 45 Substanzen vor Schimmelpilzen schützen. Wie Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena herausgefunden haben, ist dieser Antibiotika-Cocktail in der gesamten Zeit äußerst stabil geblieben. Die Bienenwölfe produzieren die Antibiotika nicht selbst. Die Weibchen züchten in ihren Antennen Bakterien der Gattung Streptomyces, die sie ihrem Nachwuchs mit in die Brutzellen geben. Diese Bakterien produzieren dann die Stoffe, die den

Nachwuchs vor den Schimmelpilzen schützen. Alle untersuchten Bienenwolf-Arten nutzten sehr ähnliche Gemische aus Antibiotika von nur zwei Grundstrukturen, Streptochlorin und Piericidin. „Wir hatten eigentlich erwartet, dass einige Bienenwolfsymbionten im Laufe der Evolution neue Antibiotika in ihr Arsenal aufgenommen haben, die ihren Wirten helfen, sich gegen neue oder resistente Schimmelpilze zu verteidigen“, meint Tobias Engl von der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz, der Erstautor der Studie. Die ursprüngliche Zusammensetzung des Antibiotika-Gemisches war aber wohl so effektiv, dass sich in allen untersuchten Arten nur wenig daran geändert hat. Der breite Schutz des Antibiotika-Cocktails beruht vermutlich auf der großen Anzahl von Substanzen.

idw

09.02.2018: Live-Webinar Klinische Fallbesprechungen Labordiagnostik Katze mit Professor S. Neumann

Bei Myvetlearn.de findet am 15. Februar 2018 von 19.00 bis 21.00 Uhr das Live-Webinar mit Professor Dr. Stephan Neumann von der Universität Göttingen zum Thema Klinische Labordiagnostik bei der Katze statt. Prof. Neumann bespricht hier mehrere klinische Fälle interaktiv mit den Teilnehmern und bindet diese in die Diagnosefindung ein. Dadurch wird fast die Realität im Praxisalltag nachgestellt. Das Webinar ist Teil einer Online-Fortbildungsreihe, die außerdem aus einem fünfstündigen eLearning-Kurs sowie einem zweiten Webinar besteht, das am 25. Januar 2018 stattfand und aufgezeichnet wurde. Die Aufzeichnung sowie das eLearning steht Tierärztinnen und Tierärzten nun ebenfalls unter Myvetlearn.de zur Verfügung. Der eLearning-Kurs befasst sich mit den Erkrankungen der Verdauungsorgane und der Niere bei Hund und Katze

mit dem Schwerpunkt Labordiagnostik, da diese insbesondere für die Diagnose wichtige Informationen liefern kann. Es ist wichtig, hier Details voneinander abgrenzen zu können, um die richtigen Schlussfolgerungen für Diagnostik und Therapie zu ziehen. Welche Aussagen haben veränderte Blutparameter, welche Rückschlüsse kann ich daraus ziehen, wie kann ich meinen Verdacht weiter abklären? Auf diese Fragen geht Prof. Neumann anhand von Hämatologie und Blutgerinnungsstörungen ein. Andere Fortbildungsteile befassen sich mit Labor und Herz, Labor und Orthopädie, Labor in der Notfallmedizin und der Labordiagnostik von Infektionskrankheiten. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, entweder die gesamte Fortbildungsreihe zu buchen oder auch jedes Modul separat.

Programm & Anmeldung unter Myvetlearn.de

08.02.2018: Landesgesundheitsamt relativiert Funde von multiresistenten Keimen in Gewässern

Nach dem Fund von multiresistenten Bakterien in verschiedenen Gewässern in Niedersachsen, hat das Landesgesundheitsamt die Funde relativiert. Es sei völlig normal, dass in der Umwelt auch Resistenzgene vorkämen. Daraus ergibt sich für gesunde Menschen mit gesunder Hautbarriere auch

kein Gesundheitsrisiko. Gefährdet seien vor allem stark immungeschwächte Menschen. Auch die Hauptverantwortung für die Nutztierhaltung wies man zurück. So sei der Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung in Niedersachsen seit 2011 um mehr als die Hälfte reduziert worden.

Proplanta

31.01.2018: bpt warnt vor Auswirkungen der TÄHAV-Änderung

Am 2. Februar entscheidet der Bundesrat über die Änderungen der Tierärztlichen Hausapotheke (TÄHAV). Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) nimmt dies zum Anlass, noch einmal vor den Folgen der Änderungen zu warnen.Die Novelle sieht vor, dass beim Einsatz wichtiger Antibiotika künftig Antibiogramme angefertigt werden müssen. Grundsätzlich unterstützt der bpt dies, da mittels Antibiogrammen die Wirksamkeit von Antibiotika festgestellt werden kann. Allerdings verweist der bpt hier darauf, dass die Minimierung des Einsatzes von Antibiotika, die mit dieser Regelung weiter gefördert werden soll, bereits in vollem Gange ist. So habe sich die Abgabemenge von Antibiotika an Tierärzte von

2011 bis 2016 bereits halbiert. Mit der Antibiogrammpflicht sieht der bpt vor allem steigende Kosten auf die Tierhalter zukommen. Ein weiteres Problem sind rechtlich ungeklärte Fragen im TÄHAV-Entwurf. "Das ist der Politik wohlbekannt. Doch statt die Beschlussfassung zu vertagen, bis alles Hand und Fuß hat, soll die unausgereifte Verordnung jetzt durch den Bundesrat gepeitscht werden. Das ist nicht nachvollziehbar", kritisiert bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. Der bpt hat den Ministerpräsidenten der Bundesländer deshalb vorgeschlagen, die Entscheidung über die Verordnung am besten bis April 2019 zu vertagen, so dass noch einmal in Ruhe und wissenschaftlich-fundiert über die Änderungen beraten werden kann.

bpt e.V.

26.01.2018: Tierärztliche Verbände diskutieren auf der Grünen Woche

Am Donnerstag, 25.1.2018, hat im Rahmen der Grünen Woche in Berlin die von den fünf tierärztlichen Verbände Bundestierärztekammer (BTK), Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG), Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) und Bundesverband Praktizierender Tierärzte organisierte Podiumsdiskussion "Tierärztliche Plattform Tierschutz“ stattgefunden. Diskussionsteilnehmer waren Dr. Martin Hartmann (BTK-Vizepräsident), Dr. Arno Piontkowski (BbT-Vizepräsident), Dr. Siegfried Moder (bpt-Präsident), Prof. Dr. Dr. Michael Erhard (Vorstandsmitglied der DVG) und Dr. Andreas Franzky (stellvertr. Vorsitzender der TVT). Im Fokus der Diskussion stand die öffentliche Debatte über das sich verändernde Mensch-Tier-Verhältnis und der Versuch, die Debatte stärker zu versachlichen und wissenschaftliche Fakten einzubeziehen. Moderiert wurde die etwa einstündige Debatte von Jörg Held. Anschließend ging der Austausch beim Empfang am bpt-Stand munter weiter. Allerdings drehten sich hier viele Gespräche um die bevorstehende und von vielen gefürchtete Novellierung der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV), die vielen TierärztInnen sowie tierärztlichen Verbänden ein Dorn im Auge ist. Unter anderem wegen der darin vorgeschriebenen Dokumentationspflicht der Wirktage für One-Shot/Long-Acting-Antibiotika. Damit sollen TierärztInnen künftig verpflichtet werden, die Wirktage nach einer One-Shot-Behandlung anzugeben, obgleich hierzu weder die Hersteller

noch die Zulassungsbehörden Angaben machen wollen. TierärztInnen sollen sich aber fortan ohne wissenschaftlich belastbare Fakten festlegen, anderenfalls droht ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit. Weitere Ärgernisse aus tierärztlicher Sicht ist die Abschaffung von Mengenrabatten für Antibiotika. Hier hat die Erfahrung aus anderen Ländern ergeben, dass es anschließend zu einer deutlich höheren Schwarzmarktaktivität mit all ihren negativen Folgen gekommen ist. Zudem hat das sogenannte „Rabattgutachten“, das im Auftrag der Bundesregierung erstellt worden ist, ergeben, dass es keinen Einfluß von Rabatten auf die Menge der verordneten Antibiotika gibt. Weiterhin sollen Reserveantibiotika für den alleinigen Einsatz beim Menschen definiert werden. Allerdings stimmt nur ein in der TÄHAV-Novelle genannter antibiotischer Wirkstoff mit der aktuellen WHO-Liste überein. Schon der normale Sachverstand sollte den verantwortlichen Ministern aufzeigen, dass eine Nachbesserung oder besser noch ein Vertagen der Entscheidung auf 2019, nach dem die EU-Tierarzneimittelregelungen verabschiedet wurden, hier unzweifelhaft am sinnvollsten wäre. Nationale Alleingänge sowie Hau-Ruck-Alleingänge wie zuletzt von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) im Glyphosatstreit demonstriert, bringen weder die Tierärzte, noch die Landwirte oder die Tiergesundheit noch den Kampf gegen zunehmende Resistenzen sinnvoll voran.

bpt


BfT

25.01.2018: BfT bewertet Novelle der TÄHAV kritisch

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) hat die geplante Novelle der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) kritisch bewertet. Der Agrarausschuss des Bundesrates hatte empfohlen, diese Novelle mit einigen Änderungen zu beschließen. Damit ist wahrscheinlich, dass der Bundesrat der Novelle zustimmt. Darin wird empfohlen, dass die Bundesregierung eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Liste von sogenannten kritischen wichtigen Wirkstoffen und Wirkstoffgruppen für bestimmte Indikationen in der Humanmedizin (Reserveantibiotika) erstellt und Rabattierungsoptionen für Antibiotika verbietet. Der BfT verweist hier auf ein Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das zeigt, dass kein Einfluss von Rabatten auf die Menge der verordneten Antibiotika besteht und Alternativen wie Festpreise keine geeigneten Kontrollmittel sind, um

Resistenzen vorzubeugen. BfT-Geschäftsführerin Dr. Sabine Schüller begrüßte, dass auf die Antibiogrammpflicht beim Einzeltier verzichtet wird, wenn bereits im Rahmen der tierärztlichen Bestandsbetreuung aussagekräftige Kenntnisse zur Resistenzlage im Betrieb vorliegen. „Hiermit können unnötige Antibiogramme bei der Behandlung, z.B. bestimmter Euterinfektionen im Zusammenhang mit dem Trockenstellen von Milchkühen, abgewendet werden,“ so Schüller. Grundsätzlich wird der Ansatz, Antibiogramme zur geeigneten Wirkstoffauswahl durchzuführen, allerdings begrüßt. Zur Minimierung der Resistenzentwicklung im Gesundheitswesen könne eine Verpflichtung, in jedem Fall ein Antibiogramm – auch bei Hund und Katze – durchzuführen, jedoch nur begrenzt beitragen.

BfT e.V.

17.01.2018: Leipziger Tierärztekongress von Donnerstag bis Sonntag

Am kommenden Donnerstag (18.1.2018) beginnt in den Leipziger Messehallen Deutschlands größtes Tierärzte-Treffen und die beliebteste Fortbildungsveranstaltung, der 9. Leipziger Tierärztekongress. Auf dem Programm stehen knapp 500 Referenten und mehr als 470 Vorträge, Kurse und Seminare. Aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Veterinärmedizin stehen dabei genauso auf dem Programm wie moderne Behandlungsmöglichkeiten. Das Themenspektrum reicht von allen Tierarten bis zu Auseinandersetzungen mit ethischen Problemstellungen in der Tiermedizin, Toxikologie

oder dem Zusammenspiel von Mensch und Tier. Berufspolitische Highlights sind die Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag um 9:30 Uhr zum Thema "Tiermedizinischer Nachwuchs: Lust, Frust, Perspektiven". Der Dessauer Zukunftskreis veranstaltet seinerseits am Freitag von 14:00 bis 16:00 Uhr ein interaktives Seminar zum Thema berufliche Perspektiven für selbstständige Tierärzte oder solche, die es werden wollen. Hier steht die Partnerschaft als Erfolgsmodell im Fokus. "Der hohe Zuspruch, den wir erhalten, zeigt uns, dass unsere Bemühungen gesehen und gewürdigt werden", freut sich Prof. Dr. Gotthold Gäbel, Kongresspräsident.

LTK 2018


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