Presseschau

17.06.2021: Schweiz setzt Fokus auf Infektionskrankheiten und Zoonosen

Die Tiergesundheitsstrategie Schweiz 2022+, kurz TGS22+, hat das Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit von Mensch und Tier. Der besondere Fokus liegt dabei auf den Punkten Prävention, Krisenvorsorge, Bekämpfung von Tierseuchen und wirtschaftlich bedeutenden Tierkrankheiten, Internationale Zusammenarbeit sowie Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. Dabei sollen insbesondere Infektionskrankheiten und Zoonosen

stärker im Sinne von One Health betrachtet werden. Unter dem Motto „gemeinsam – innovativ – tatkräftig“ ist eine enge Zusammenarbeit des Veterinärdienstes Schweiz mit anderen Akteuren im Bereich Tiergesundheit eines der Ziele. Eine weitere Maßnahme wird der Ausbau der Digitalisierung, besonders im Bereich der Datenerfassung und -auswertung, sein. Die TGS22+ wird ab dem Jahr 2022 gemeinsam mit den involvierten Partnern umgesetzt.

BLV

17.06.2021: Kompetenzzentrum für Geflügelgesundheit in Wien eröffnet

Am 25. Mai 2021 hat das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim in Wien ein internationales Kompetenzzentrum für die Gesundheit von Geflügel eröffnet. Neben dem Kundensupport für Geflügelproduzenten sollen in dem bereits weltweit achten VTS- Kompetenzzentrum des Unternehmens zudem Ausbildungs- und Trainingseinheiten zum richtigen Umgang mit den Geflügelimpfstoffen angeboten werden, coronabedingt mehrheitlich als Online-Schulungen. „Mit unserem hochwertigen Portfolio sind wir ein starker Partner für Geflügelproduzenten weltweit. Unsere Kunden schätzen eine intensive und regionale Betreuung. Das neue VTS-Zentrum in Wien setzt genau

dort an und ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, unseren Kunden ein Gesamtpaket aus Impfstoff, Equipment und Service anzubieten“, erklärt Dr. Heinz Zeiner, Head of Department Food Producing Animals bei Boehringer Ingelheim in Wien. Als erste Anlaufstelle bei Fragen zum gesamten Leistungsspektrum rund um die Geflügelgesundheit wickelt das Zentrum zudem die Qualitätssicherung, Lagerung, Wartung und Reparatur der eigens entwickelten Impfgeräte ab. Auf ihrem E-Learning-Portal bietet die Boehringer Ingelheim Vetmedica Tierärztinnen und Tierärzten kostenfreie Online-Fortbildungen zu zahlreichen Themen rund um die Tierart Geflügel an.

OTS


Online-Fortbildungen zu Geflügel

16.06.2021: Zoos kritisieren Entwurf des TAMG scharf

Der Verband der Zoologischen Gärten kritisiert den aktuellen Gesetzentwurf zum nationalen Tierarzneimittelgesetz (TAMG) des Bundeslandwirtschaftsministeriums scharf. Würde der Text ohne Änderungen beschlossen, würde dies einen Rückschritt in puncto Tierschutz bedeuten, weil die Zootierärzte in der Folge ohne die besten Mittel für ihre tierischen Patienten auskommen, damit Tiere und Mitarbeiter gesundheitlich

gefährden oder am Rand der Illegalität operieren müssten. In einer Online-Pressekonferenz wird der Verband der Zoologischen Gärten am Donnerstag die Hintergründe erläutern. Als Gesprächspartner stehen der Präsident des Verbandes, Prof. Dr. med. vet. Jörg Junhold, Zoodirektor in Leipzig und Dr. med. vet. Sven Hammer, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Zootierärzte und Zoodirektor in Görlitz zur Verfügung.

ots

15.06.2021: Mindeststandards für Mastputenhaltung gefordert

Jährlich werden in Deutschland ca. 35 Millionen Puten geschlachtet. Doch ist die Putenhaltung bis jetzt nicht in der Nutztierhaltungsverordnung aufgeführt. Um die Umsetzung des Staatszieles Tierschutz zu erreichen sowie Tierschutzprobleme in der Putenhaltung zu beenden, haben die Agrarminister der Länder im Rahmen der Agrarministerkonferenz (AMK) nun Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) aufgefordert, schnellstmöglich spezifische rechtsverbindliche Mindeststandards festzulegen. Das geforderte Kapitel zur

Putenhaltung soll außerdem eine Frist für den Ausstieg aus dem Schnabelkürzen vorsehen. Weiterhin appellieren die Minister an den Bund, sich dafür einzusetzen, dass die Haltung von Mastputen auch auf EU-Ebene berücksichtigt wird. Auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte in einem E-Learningkurs zu Infektionskrankheiten bei Geflügel fortbilden. Das erste Modul befasst sich mit den häufigsten und bedeutendsten Infektionskrankheiten der Atemwege und des Verdauungstraktes bei Puten.

Topagrar


E-Learningkurs Geflügel auf Myvetlearn.de

11.06.2021: Online-Umfrage zum Thema Tierwohl in der Nutztierhaltung

Im Rahmen des Projektes „Nationales Tierwohl-Monitoring (NaTiMon)“ wird aktuell eine Online-Umfrage unter der Leitung des Thünen-Instituts durchgeführt. Mittels dieser Umfrage möchten sich die teilnehmenden WissenschaftlerInnen ein Bild über das Interesse der Bevölkerung an verschiedenen Tierwohl-Aspekten machen. Die Antworten auf Fragen zu Haltungsbedingungen, Transport und Schlachtung sowie des emotionalen Befindens von Nutztieren sollen Aufschluss darüber geben, wie groß das Interesse

der Öffentlichkeit als auch von Landwirtschaft und Aquakultur am Tierwohl in der Nutztierhaltung ist. Gefragt wird auch, in welchen Intervallen eine Berichterstattung zum Tierwohl stattfinden sollte, welche Auswirkungen ein Monitoring hätte und in welcher Form sich die Teilnehmenden am liebsten über die Ergebnisse informieren würden. Die von einem 25-köpfigen Team aus acht deutschen Forschungseinrichtungen initiierte Umfrage ist bis Ende Juli 2021 online und alle sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen!

Thünen-Institut


Zur Online-Umfrage


NaTiMon

10.06.2021: Umfrage zur Feminisierung der Veterinärmedizin

Für eine aktuelle Studie zur Auswirkung des hohen Frauenanteils in der Tiermedizin werden TierärztInnen und StudentInnen der Tiermedizin um Teilnahme an einer Umfrage gebeten. Die Studie unter dem Titel "All gender issues? How women are affecting the veterinary profession in Germany" soll das in den Fachmedien viel diskutierte Phänomen der „Feminisierung“ des Tierarztberufes sowie die Gründe für den sinkenden Männeranteil beleuchten. In der Öffentlichkeit werden im Zusammenhang mit dem immer größer

werdenden Anteil an Frauen in der Veterinärmedizin häufig auch der Nutztierärztemangel sowie das drohende Ende der Einzelpraxis thematisiert. Ob die Veränderungen des Berufes allein auf gender spezifische Aspekte zurückzuführen sind, soll die Studie auch untersuchen. Die Antworten auf die Fragen können zudem neue Möglichkeiten eröffnen, das Profil des Berufes zu schärfen, um ihn in seiner Bedeutung für die gesamte Gesellschaft zu stärken und zukunftsfähig zu machen.

Zur Umfrage

09.06.2021: Rohmilchgüte-Verordnung tritt am 1. Juli 2021 in Kraft

Am 1. Juli 2021 wird die Milchgüte-Verordnung durch die neue Rohmilchgüte-Verordnung ersetzt. Dadurch werden die Abzüge für Hemmstoffe sowie Keim- und Zellzahlen in der Milch neu geregelt. So wird der Abschlag für einen Hemmstoffnachweis (u.a. Antibiotika) von 5 auf 3 Cent je Kilogramm Milch im betreffenden Monat abgesenkt. Für jeden weiteren Nachweis im selben Monat werden jedoch zusätzlich 3 Cent

abgezogen. Unverändert bleiben die Abschläge für Keim- und Zellzahlnachweise. Die Molkereien sind verpflichtet, die Rohmilch vor der Umfüllung durch einen Schnelltest auf die Hemmstoffgruppen Penicilline und Cephalosporine zu testen. Den Landwirten wird empfohlen, als Stallschnelltests die gleichen Testkits einzusetzen, wie sie auch die Molkerei verwendet. Nur so ist eine Vergleichbarkeit erzielbar.

Agrarheute.com


VetMAB- Antibiotikaminimierung im Stall - Mastitis

20.05.2021: Prävention ist Schlüssel für gesunde Tiere

Gesunde Tiere sind unerlässlich für eine nachhaltige, ressourcenschonende und zukunftsorientierte Nutztierhaltung und Lebensmittelgewinnung. Dies machte der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) auf seiner Frühjahrstagung erneut deutlich. Vertreter aus Wissenschaft und Politik waren eingeladen, um gemeinsam mit dem BfT über die Möglichkeiten eines ausgewogenen Ansatzes unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Ökonomie, Ökologie und Soziales zu diskutieren. Konsens in der Podiumsdiskussion war: Ein nachhaltiges Lebensmittelsystem – fair, gesund und umweltfreundlich – ist nur mit gesunden Tieren möglich. Prävention wird dabei zum Schlüsselfaktor. Zudem sind die Leistungen von Landwirten und Tierärzten im Tiergesundheitsmanagement sowohl monetär

als auch durch gesellschaftliche Anerkennung zu honorieren. Staat und Gesellschaft müssen die Weiterentwicklung der Nutztierhaltung durch Förderprogramme für notwendige langfristige Investitionen unterstützen. Mehr Tiergesundheit und mehr Tierschutz/- wohl greifen ineinander und wirken auf die Qualität der Lebensmittel. Zudem stehen sich Ökonomie und Ökologie in der Nutztierhaltung nicht gegensätzlich gegenüber. Denn obgleich die konventionelle Fleischerzeugung weltweit deutlich an Bedeutung verlieren werde, behalte sie aber ihre "Licence to Produce". Gleichzeitig verändere die Digitalisierung die Gesellschaft und die Berufe. So müssten auch Tierärzte künftig Verständnis von Daten, von Kommunikation und ökonomischen Betriebsabläufen haben bzw. sich aneignen, um Ansprechpartner für die Landwirte zu bleiben.

BfT

12.05.2021: Förderbescheid für Ställe der Zukunft übergeben

Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf hat vom Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (MdB) im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Förderbescheid für die Förderung eines Innovationsnetzwerkes im Rahmen der Nutztierstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft übergeben bekommen. Ziel der geförderten Innovationsnetzwerke soll die Entwicklung von Experimentierställen sein, die die Grundlage für „Ställe der Zukunft“ in der praktischen Tierhaltung darstellen sollen. „Das Programm ist auf die Entwicklung in der landwirtschaftlichen Praxis realisierbarer Stallbaukonzepte und innovativer Methoden für die Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung ausgerichtet, die das Tierwohl verbessern und damit zur gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen sollen“, betonte FBN-Vorstand Prof. Dr. Klaus Wimmers. „Das gibt uns Rückenwind, da wir seit vielen Jahren die Verbesserung von Tierwohl und Tiergesundheit als Forschungsschwerpunkt in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Umfassende Investitionen in neue und modernisierte Ställe für Milchkühe in den letzten Jahren haben die Haltungsbedingungen für die Tiere verbessern können, aber in der Digitalisierung, „Smart Farming“ und der Entwicklung und

Nutzung von Biomarkern steckt noch viel Potential für weitere zukünftige Verbesserungen.“ Das Netzwerk unter Projektleitung der Tierärztin Dr. Lisa Bachmann verfolgt als Zielstellung unter anderem die Entwicklung von Ställen, die auf die Sinneswahrnehmung und physiologischen Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet sind, zudem sollen wirtschaftliche und tiergerechte Managementkonzepte zur angepassten Laktationsdauer und für den Umgang mit männlichen Milchrindkälbern bearbeitet werden. Weiterhin ist den Antragstellern die Biosicherheit von Milchviehställen und die Nutzung von Weide und Auslaufflächen ein wichtiges Anliegen. Alle Maßnahmen sollen dazu dienen, das Tierwohl zu verbessern, aber auch helfen, den Einsatz von Antibiotika zu minimieren und die tierhaltungsbedingten Emissionen zu reduzieren. Außer den Kriterien zu Tierwohl, Tiergesundheit und Umweltwirkungen, die durch Forschungsergebnisse zur Verfügung stehen, sollen auch die Sinneswahrnehmung und das arttypische Verhalten von Kühen und Kälbern in die Bewertung von Maßnahmen mit einfließen. Dazu soll u.a. die vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelte Virtual-Reality-Brille, die die visuelle Wahrnehmung von Kühen simuliert, genutzt werden.

FBN

11.05.2021: Schweizer TierärztInnen sehen Tierschutz in Gefahr

Die schweizerische Volksinitiative des Vereins "Sauberes Wasser für alle" fordert die ausschließliche Förderung von Landwirtschaftsbetrieben, die keine Pestizide einsetzen und die in ihrer Tierhaltung ohne prophylaktischen Antibiotikaeinsatz auskommen. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) lehnt diese Trinkwasser-Initiative ab, da befürchtet wird, dass die Tierhaltung vermehrt ins Ausland verlegt werde und dadurch die Importe zunehmen würden. Gleichzeitig könne so das Tierwohl nicht mehr gewährleistet werden, da Landwirtschaftsbetriebe aus den Tierwohlprogrammen aussteigen

könnten. Damit wäre die inländische Produktion von tierischen Lebensmitteln gefährdet. „Nur bei einer Produktion in der Schweiz können die hier geltenden Tierschutzstandards eingehalten werden. Zudem ist in der Schweiz eine sehr gute tiermedizinische Versorgung gewährleistet“, heißt es in der Medienmitteilung. Gefordert werden anstelle der Trinkwasser-Initiative Anpassungen des Direktzahlungssystems zu Gunsten einer verbesserten Nutztierhaltung, um zu verhindern, dass große Landwirtschaftsbetriebe aus dem Direktzahlungssystem aussteigen und somit nicht mehr an die Vorgaben für eine tierfreundliche Haltung gebunden wären.

GST