Abschluss-Symposium EsRAM

Am 13.06.2019 fand in der Friedrichstraße in Berlin das Abschluss-Symposium zum Verbundforschungsvorhaben EsRAM (Entwicklung stufenbergreifender Reduktionsmaßnahmen für Antibiotikaresistente Erreger beim Mastgeflügel) statt.

Durch die Veranstaltung führte Prof. Dr. Uwe Rösler, dem auch die Gesamtkoordination des Projektes oblag. Das Abschluss-Symposium wurde genutzt, um Ergebnisse der verschiedenen Arbeitspakete und Teilprojekte vorzustellen, einen Ausblick zu geben und mit einer Podiumsdiskussion zu schließen.

Im ersten Beitrag ging es dabei um Verfahren zur Bruteidesinfektion und Bruteihygiene gegen Antibiotika-resistente Darmbakterien. Hier zeigte sich, dass es im Vergleich zur Behandlung von Bruteischalen mit Formaldehydbegasung auch andere vielversprechende, rückstandsfreie Alternativen gibt, wie z.B. durch ätherische Öle oder Elektronenstrahlung. Der zweite Vortrag stellte Ergebnisse zur Reduzierung Antibiotika-resistenter Darmbakterien in Geflügel-Mist durch aerobe und anaerobe Behandlungsverfahren vor. Um den fäkalen Austrag deutlich zu reduzieren, muss bei der Kompostierung von Geflügelmist insbesondere das Erreichen hoher Temperaturen gewährleisten sein, um eine Inaktivierung relevanter Keime zu erreichen. Desweiteren wurden Managementmaßnahmen zur Reduktion von Antibiotika-resistenten Darmbakterien in der Hähnchenmast evaluiert. Diesbezüglich wurde die Verabreichung von nicht-pathogenen Bakterienstämmen als vielversprechender Ansatz zur Verringerung der Kolonisierung von Masthähnchen mit Antibiotika-resistenten Darmbakterien ermittelt.

Nach einer plauder- und diskussionsreichen Mittagpause ging es mit dem Thema zum Einsatz von Pro- und Phytobiotika zur Verringerung Antibiotika-resistenter Darmbakterien in Geflügel weiter. Als potentielles Verfahren zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes wurde die Anwendung von Darmflorakulturen gegen Antibiotika-resistente Darmbakterien vorgestellt. Dabei müssen Küken vor der Besiedlung mit resistenten Darmbakterien mit entsprechenden Darmflorakulturen vorbehandelt werden. Außerdem wurde von dem positiven Effekt der Gabe von probiotischen Kulturen als Prophylaxe- und Interventionsmaßnahme gegen resistente Darmbakterien als potentielle Maßnahme zur Reduktion berichtet. Für den Bereich der Lebensmittelsicherheit und –hygiene wurden Möglichkeiten der Reduzierung von Antibiotika-resistenten Darmbakterien beim Mastgeflügel während der Schlachtung, Zerlegung und Verpackung beleuchtet. Dabei lag der Fokus auf der Reduktion der Übertragung von Infektionserregern von der Tierhaltung bis zum Endprodukt, aber auch bei den zu bewertenden Hygieneparametern im Fleischverarbeitungsprozess. Zusätzlich zu den praktischen Ansätzen gab es abschließend auch eine theoretische Annäherung an die Thematik: Tiere, Texte & Theorien: Perspektiven auf Maßnahmen zur Reduktion von Antibiotika-resistenter Darmbakterien in der Geflügelfleischproduktion. Zusammenfassend ist deutlich geworden, dass nicht einzelne, einfache Maßnahmen Antibiotika-resistente Darmbakterien in der Hähnchenmast reduzieren können, sondern auf allen Ebenen der Produktionskette ergriffen werden müssen.

Koordiniert wurde das Projekt vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaf e.V. (ZDG) und der Freien Universität Berlin unter Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble).