Seminar Veterinary Public Health „Antimicrobial Resistance at the Human-Animal-Environment Interface“

Am 08.02.2019 fand an der Tierärztlichen Hochschule Hannover das Seminar Veterinary Public Health „Antimicrobial Resistance at the Human-Animal-Environment Interface“ (Antimikrobielle Resistenz (AMR) an der Schnittstelle Mensch-Tier-Umwelt) statt. Den einleitenden Vortrag der Veranstaltung hielt Prof. Dr. Lothar H. Wieler, seines Zeichens Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) und Veterinärmediziner, der das One Health-Konzept leidenschaftlich vertritt. Getreu des Mottos titelte sein Vortrag „Antimicrobial resistance as a One Health-paradigm“ – Antimikrobielle Resistenz als One Health-Paradigma. Antimikrobielle Resistenz ist ein Phänomen, welches eine Herausforderung sowohl im Bereich der zoonotischen Infektionserkrankungen als auch auf dem Gebiet des Einsatzes von Antiinfektiva darstellt. Dabei sind folgende Faktoren eng mit einander verbunden, beeinflussen sich und interagieren mit einander: die Übertragung von zoonotischen Erregern, der Einsatz von Antiinfektiva, die Übertragung von Resistenzen und der Einfluss verschiedener Umweltfaktoren.

Das Programm des Seminars war in vier große Themenblöcke aufgeteilt: AMR in Menschen, AMR in Tieren, AMR in der Umwelt und AMR an der Schnittstelle von Mensch-Tier-Umwelt. Neben namhaften Wissenschaftlern vom RKI, dem BfR und der TiHo waren Referenten aus unterschiedlichsten Fachrichtungen sowie internationale Kollegen aus den Niederlanden und Dänemark an den Rednerpulten, um ihre Schwerpunkte zum Thema AMR in den Fokus zu rücken (https://www.tiho-hannover.de/?id=7322).
Im Laufe der Veranstaltung wurden verschiedenste Forschungsprojekte und Ergebnisse vorgestellt. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass nicht zu vergessen sei,

ass der Begriff „antimikrobielle Resistenz“ irrtümlich meistens nur auf bakterielle Infektionen beschränkt angewandt werde, jedoch auch parasitäre und virale Infektionen mit einschließe. Außerdem werde zwar mittlerweile im AMR- und One Health-Kontext die Rolle und der Einfluss von Human- und Veterinärmedizin ernstgenommen, aber der Fakt, dass in Flüssen, Böden, Abwasser, Gülle und Pflanzen (z.B. auch Gemüse und Obst) antibiotikaresistente Erreger nachweisbar sind, werde häufig immer noch vernachlässigt. Diesbezüglich sollten interdisziplinäre Forschungsprojekte zukünftig gemeinsam an Interventionsmaßnahmen arbeiten.

Wie wir auch schon auf VetMAB berichteten, wurde an den Fünf-Punkte-Aktionsplan der WHO (WHO Global Action Plan: https://www.who.int/antimicrobial-resistance/publications/global-action-plan/en/) erinnert, der die Resistenzentwicklung gegenüber Antiinfektiva abbremsen soll – denn wie Prof. Wieler noch einmal eindringlich hervorhob, sei die Resistenzentwicklung nicht rückgängig zu machen, weshalb unser Ziel sein sollte, die Entwicklung deutlich zu verlangsamen! Der Fünf-Punkte-Aktionsplan formuliert folgende Ziele:

  • Aufmerksamkeit und Verständnis zu AMR verbessern
  • Wissen durch Forschung und Überwachung stärken
  • Auftreten von Infektionen reduzieren (Prävention)
  • Einsatz von antimikrobiellen Medikamenten optimieren (Stewardship)
  • U.a. Investitionen in die Entwicklung neuer Medikamente, Diagnostika, Impfstoffe und andere Interventionsmaßnahmen erhöhen