Maßnahmen zur Antibiotikaresistenz in verschiedenen Ländern

Am 19.07.18 luden die FAO, OIE und WHO zu einem Webinar zum Thema „Maßnahmen zur Antibiotikaresistenz in verschiedenen Ländern: Ergebnisse und Analysen einer Untersuchung zur Selbsteinschätzung“ ein.

Die Untersuchung: In der Untersuchung wurden Länder zu ihren nationalen Maßnahmen und „Action Plans“ in Bezug auf Mensch, Tier, Pflanzen, Lebensmittel und Umwelt befragt. Dabei wurden Daten aus dem Jahr 2016/17 mit aktuell erhobenen Daten von 2017/18 verglichen. 154 Länder, was mehr als 90% aller WHO-Mitgliedsstaaten ausmacht, haben daran teilgenommen.

Ergebnisse: Wichtige Erkenntnisse der Untersuchung waren, dass es einerseits auf Landesebene deutliche Verbesserungen insbesondere im Bereich der Humanmedizin gab und dass es andererseits auf allen Ebenen noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Positiv wurde erfasst, dass fast jedes Land einen nationalen „Action Plan“ hat und diese sind vor allem in den größten Fleisch-produzierenden Ländern in den letzten Jahren ausgearbeitet worden. Insgesamt haben 102 Länder angegeben, Strategien zum verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika entwickelt zu haben. 21% der Länder haben Richtlinien, um den Antibiotikaeinsatz zu optimieren. Nur 10 Länder haben Richtlinien ausgearbeitet, welche die Kontamination durch Antibiotika in die Umwelt verhindern sollen. Weltweit waren deutliche regionale Unterschiede zu erkennen, wobei Länder mit einem hohen Bruttonationaleinkommen bessere nationale Monitoringsysteme etabliert haben. In Ländern mit schwachem Bruttonationaleinkommen sind hingegen bereits grundlegende Maßnahmen kritisch: fehlende Hygiene mit kritischer Wasserqualität, fehlendes Bewusstsein für Handhygiene und fehlende sanitäre Anlagen bis hin zu ineffektivem Infektionsschutz können eklatante Probleme sein.

Schlussfolgerungen/ Kritik: Länder müssen mehr investieren, um die globale Resistenzsituation zu verbessern. Dazu gehört auch, dass die Lebensmittelproduktion sicher gestaltet werden muss, z.B. durch stärkere Unterstützung von Landwirten, eingeführte Impfstrategien und finanziell erschwingliche Impfstoffe, Schutz vor der Verbreitung von Infektionserregern, etc. Es müssen auch höhere Ausgaben für die Überwachung und das Monitoring von Resistenzen getätigt werden. Der Einfluss auf die Umwelt, z.B. durch den Einsatz von Antifungiziden, darf nicht vernachlässigt werden und muss zukünftig stärker adressiert werden. Kollaborationen und Zusammenarbeit auf globaler Ebene sind unbedingt nötig. Dafür ist ein Umdenken essentiell – Fortschritt kann nur durch das Bewusstsein um Antibiotikaresistenzen und gemeinsames Handeln erreicht werden (One Health!).

Appell: Es darf nicht nur bei der Ausarbeitung von Aktionsplänen und Monitoringsystemen bleiben – es müssen auch Maßnahmen durchgeführt und angewandt werden – das muss in Human- und Veterinärmedizin und der Landwirtschaft gleichzeitig geschehen!

Link: http://www.who.int/antimicrobial-resistance/global-action-plan/database/en/