Resistenzentwicklung bei pathogenen Pilzen entschlüsselt

Ähnlich wie bei Antibiotika können sich auch bei Arzneimitteln gegen pathogene Pilze Resistenzen entwickeln. Bisher war jedoch unklar, welche zellulären und genetischen Mechanismen zu diesen Resistenzen führen. Einem internationalen Forscherteam unter der Beteiligung der Ruhr Universität Bochum (RUB) ist es nun mit genetischen, bioinformatorischen und mikrobiologischen Techniken gelungen, den Mechanismus eines hefeähnlichen Pilzes zu entschlüsseln, der resistent gegen verschiedene Antimykotika ist. „Die Ergebnisse sind von hoher Relevanz für die Bekämpfung von pilzlichen Infektionen in der klinischen Praxis, in der Veterinärmedizin und der Agrarwirtschaft“, so Prof. Dr. Ulrich Kück, Seniorprofessor in der Allgemeinen und Molekularen Botanik der RUB. „In der westlichen Hemisphäre steigt die Zahl der Menschen mit einer verminderten Immunabwehr, weil die Lebenserwartungen stark steigen oder die Behandlung mit Immunsuppressiva nach Organtransplantationen zunimmt. Damit verbunden steigen pilzliche Infektionen.“ So führt der Cryptococcus neoformans, ein die Kryptokokkose verursachender humanpathogener Pilz, bei bis zu 70 Prozent der Infizierten zum Tod, weil sich häufig resistente Pilzstämme entwickelt haben. Die Aufklärung der Resistenzmechanismen kann in Zukunft für die Behandlung von Mykosen beim Menschen genutzt werden.

RUB

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